Sonntagsstrecken – sechs Parks und ein Gasometer

Heute habe ich den Volkspark Schöneberg einfach am östlichen Ende verlassen, um eine größere Runde zu drehen. Am S-Bahnhof Schöneberg bin ich zwischen den S-Bahn-Strecken auf die Schöneberger Insel abgebogen und direkt am Gasometer vorbei (das habe ich vorletzte Woche im Rahmen einer Führung bestiegen: sagenhaft und sehr zu empfehlen!), in den netten kleinen Parkweg durch den Cheruskerpark eingebogen. Der wurde leider am Ende von einem Bauzaun versperrt, so dass ich den Park auf dem Weg zurück ein zweites Mal genießen konnte.

Wenn nicht im Park, dann halt durch die Cherusker- und Czeminskistraße nach Norden. An der Monumentenstraße bog ich nach Osten ab Richtung Monumentenbrücke. Für die war es gar nicht so leicht, einen brauchbaren Link zu finden, das ist merkwürdig, denn von hier hat man eine sagenhafte Aussicht Richtung Potsdamer Platz und Fernsehturm, außerdem ist der berühmte „Himmel über Berlin“ (Filmtitel von Wim Wenders von 1987) von hier aus immer besonders groß und spektakulär. Heute war es sehr windig und die Wolken zogen in einer irren Geschwindigkeit vorbei.

Von dort ist es nicht mehr weit bis zum Kreuzberg, der im Viktoriapark liegt (oder liegt der Viktoriapark auf dem Kreuzberg?). Ich drehte einen großen Bogen durch den Park, freute mich über die Drachen, die Leute dort steigen ließen, kreuzte den Wasserfall auf halber Höhe und verließ den Park auf der Ostseite.

Dort wendete ich mich nach Süden durchs Fliegerviertel. Hier fand ich ganz überraschend (schließlich kenne ich mich in der Gegend nicht aus) noch einen kleinen Park, sogar einen mit einem kleinen Gewässer in der Mitte. Den Namen konnte ich allerdings nicht herausfinden.

Aus der Tempelhofer Idylle ging es dann am Bahnhof Südkreuz vorbei und über die Autobahn – alles sehr laut, und ich kam mir zu Fuß ein wenig fehl am Platz vor, inmitten all der motorisierten Mobilität (auf dem Wikipediabild ist gut zu sehen, was ich meine).

Gleich südlich davon beginnt aber der Hans-Baluschek-Park, wo es ebenfalls Drachen zu bewundern gab, die bei dem starken Wind und in der Spätnachmittagssonne wirklich schön anzusehen waren. Über eine Treppe nahm ich den Nordeingang ins Schöneberger Südgelände, eine verwilderte Bahnanlage, die heute ein sehr schöner Naturpark mit einigen zerfallenden Überbleibseln des ehemaligen Rangierbahnhofs ist. An einer Stelle führt der Weg zwischen Mauern entlang, die von Sprayern sehr bunt gestaltet sind. Die Graffiti sind wirklich toll – vermutlich weil das Sprühen da legal ist und die Künstler genügend Zeit haben, ihre Werke in Ruhe fertig zu stellen. Ich mag ja die figürlichen Darstellungen lieber als die Schriftzüge, kleine Monster und Comic-Figuren. Am Südausgang verließ ich den Park und nahm den Weg außen durch den Baluschek-Park zurück nach Norden. Sonne und Wind kamen von schräg hinten, zwischendurch fielen auch mal ein paar Tropfen Regen.

Am Nordeingang des Südgeländes bog ich nach Westen ab, nahm den Weg zwischen den Kleingärten zurück Richtung Friedenau. Die S-Bahn unterquerte ich am S-Bahnhof Friedenau, danach führte der Weg nur noch durch schöne, ruhige und grüne Straßen.

Für meine Verhältnisse war das eine sehr lange Runde (15km), zugegebenermaßen gegen Ende auch ganz schön anstrengend, aber es hat großen Spaß gemacht, und ich bin richtig überrascht, wie weit man laufenderweise in der Stadt rumkommt. Gibt es eigentlich Lauftourismus? Ich meine jetzt mal nicht Reisen zu Wettkämpfen. Falls ja, ist er bestimmt noch ausbaufähig.

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