Urlaub im Süden

Ein paar Tage Urlaub mit Elternbesuch in Baden-Württemberg, traumhaftes Wetter und ein ganz besonders schöner Lauf. Von der Haustür geht es erst einmal aus Riederich hinaus Richtung Grafenberg, dort einmal quer durch den Ort. An einem Parkplatz stoße ich auf den Mörike-Wanderweg (genau der mit dem Frühling und dem blauen Band – das auf den Wegmarkierungen soll wohl der Kopf von Herrn Mörike sein, im Profil mit Hut), der an dieser Stelle auf den Florian führt. Es geht in einem weiten Bogen um den Berg, so dass es nicht allzu steil ist. Ich schalte dennoch in den Dampflokmodus. Als ich aus dem Wald heraus komme, ist die Sicht aber so sensationell, dass ich das gleich als Ausrede nutze und zwischen den Weinreben ein Handyfoto mache (Mama vorher: „Kend, du nimmsch abr ’s Handy mit, wenn du alloi laufsch.“).

Blick auf Achalm

Weiter geht’s, kein Verzug, aber gleich nach der nächsten Biegung treffe ich auf in der Sonne dösende Ziegen. Die haben es so gemütlich, und ich schnaufe so, dass ich gleich wieder das Telefon zücke. Die Ziegen sind anscheinend besseres gewöhnt als nur fotografiert zu werden, denn zwei von ihnen kommen gleich angelaufen. Ich habe leider keine Leckereien für sie dabei (was mögen Ziegen – außer Gras?) und laufe weiter.

Ziegen

Auf einer Tafel knapp unterhalb des Gipfels steht etwas vom vulkanischen Ursprung und Basalttuff. Es handelt sich hier um einen Schlotpfropfen des Schwäbischen Vulkans. Aha. Auf dem Gipfel des Florian (522m) genieße ich erstmal kurz die Aussicht und mache noch zwei Fotos.

Aussicht

Mehr Aussicht

Abwärts wollte ich eigentlich fliegen, aber es ist matschig und glatt, so dass ich doch nicht so schnell bin. Auf einem anderen Weg geht es zurück nach Grafenberg. Dort haben sie noch einen kleineren Berg, den gleichnamigen nämlich (464m). Da will ich auch noch hoch, finde aber zuerst den Weg nicht. Ich glaube, auf dem Gipfel war ich zum letzten Mal, als ich in der vierten Klasse meine beiden Freundinnen überredete, eine heimliche Fahrradtour zu machen. Wir hatten einen Apfel als Proviant mit, das war toll. Lustig, was einer so wieder einfällt beim Laufen. Nochmal schalte ich in den Dampflokmodus (der Hase hätte seine Freude an meinem Geschnaufe), umrunde den Gipfel fast ganz, bis ich auf schmale Betonstufen treffe, die direkt nach oben führen. Hier muss ich gehen, denn die sind höchstens für Schuhgröße 34 geeignet und mit Reif überzogen. Noch einmal freu ich mich über die wunderbare Sicht, dann geht es auch gleich wieder hinab. Über Kleinbettlingen laufe ich zurück nach Riederich und komme nach dreizehneinhalb Kilometern gerade rechtzeitig, um noch schnell zu duschen, bevor die extra „für’s Kind“ gekochten Bohnenkerne (die letzten aus dem Garten) mit Spätzle fertig sind.

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