Liebe Kinder…

… haltet Euch immer schön an das, was Euch die geballte Kompetenz der LäuferInnen-Gemeinde empfiehlt. Die empfiehlt nämlich zweierlei: es beim Regenerieren von Zipperlein jeder Art sachte angehen zu lassen und außerdem mit Erkältungen höchstens ganz regenerativ zu laufen. Aber ich wollte ja nicht hören… Jetzt liege ich schniefend und hustend auf dem Sofa und schone immerhin das Knie. *Grummel*

Da hatte ich ja im Herbst fast drei Monate Laufpause wegen Knie. In den letzten Dezembertagen ging es langsam wieder los. Immer schön sachte steigern, bloß nicht übertreiben. Und bis letzten Sonntag hatte ich mich wirklich dran gehalten, die 15 langsamen Grunewaldmatschkilometer taten gar nicht weh. Jetzt bin ich aber zum Berliner HM gemeldet, und da könnte doch jetzt wieder ein schöner Steffny-Plan losgehen. Was interessiert mich da die latent schnuffelnde Schniefnase und das leichte Kratzen im Hals – es ist ja nur ganz leicht! – ich bekomme noch ausreichend Luft. Dass ich seit letztem September nicht mehr schnell gelaufen bin – mir doch egal, ich will alles, und zwar sofort.

Dienstag schneit es – richtig kalt ist es aber nicht, so dass abends überall dort, wo nicht geräumt oder plattgefahren ist, eine knapp knöcheltiefe wässrige Matschepampe liegt. Und es ist leider nicht überall geräumt. Aus Vernunftgründen habe ich das Intervallprogramm bereits abgelehnt und stattdessen TDL vorgeschlagen. Worin liegt da eigentlich die Vernunft? Auch das ist eine selten bekloppte Idee. Der Hase und ich starten am Stadion Wilmersdorf. Dass die Tartanbahn dick verschneit ist, sehen wir sofort, also Straße. Der Matsch ist doof. Der Hase hat sehr große Füße, und wenn der in Pfützen oder tiefen Schneematsch patscht, spritzt es mir die Beine bis über die Knie nass. Macht nichts, wir laufen ja, da ist mir nicht kalt. Die Füße sind ebenfalls innerhalb weniger Minuten nass – aber auch nicht wirklich kalt. Es fängt an zu nieseln, die Brille ist trotz Mützenschirm kaum noch durchsichtig. Nach 2,5 km gibt der Hase das Tempo vor. Wir laufen 7 km in 5:30 min/km. Ich schnaufe ziemlich, es ist richtig anstrengend, macht aber auch richtig großen Spaß. Wir laufen Hohenzollerndamm und Clayalle entlang und dann einfach wieder zurück. Leider meldet sich während des Auslaufens das Knie. Och nö, das darf doch jetzt echt nicht wahr sein! Es ist nicht schlimm, aber sehr präsent. Gehen kommt bei diesen Wetter- und Temperaturverhältnissen nicht in Frage, aber wenn wir wirklich langsam laufen, tut es auch gar nicht sehr weh. Trotzdem habe ich das doofe Gefühl, es übertrieben zu haben. Nach nochmal 3,5 km sind wir zurück am Stadion. Dehnen wird auf nach der Dusche verschoben.

Tja, und am Mittwoch bricht der Virus dann so richtig durch, da habe ich mich noch ins Büro geschleppt, seit gestern ist Sofa dran. Aber Viren sind Viren, die wären bestimmt so oder so ausgebrochen. Das Knie spüre ich leider auch – na bitte, dann ist so eine Erkältung doch genau das Richtige, um mich von weiteren Dummheiten abzuhalten. Aber mal ganz ehrlich – dieses Mal ärgere ich mich wirklich über meine eigene Blödheit.

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