Der erste Schnee

Die Laufgruppe wurde per Mail gefragt, wer denn mal mit laufen wolle – mit dem Versuch, den Schnee als Pluspunkt anzupreisen – aber irgendwie ist darauf niemand reingefallen. Hey, die Leute sind selber groß und alt genug zu entscheiden, ob sie bei dem Wetter vor die Tür wollen. Sollen sich doch alle selber motivieren oder halt drinnen Sport treiben, Winterschlaf halten oder die Zeit sonst verbringen, wie es ihnen gefällt.

Outfit bei minus sechs Grad: innen angeraute Winterlaufhose, Merinounterhemd, Langarmshirt, Laufjacke, Mütze, Handschuhe, ausreichend lange Socken, ganz normale Laufschuhe. Die ersten Schritte auf der dünnen Schneeschicht sind vorsichtig – ist es glatt? Nein, der Untergrund ist griffig. Es ist immer noch sehr kalt, die Flocken ganz fein und pulvrig, bei Gegenwind pieksen sie ein bisschen im Gesicht. Zugegebenermaßen sind die Hände trotz der Handschuhe anfangs eiskalt, nach anderthalb Kilometern aber aufgetaut und warm.

Brücke im Volkspark

Ganz großer Vorteil bei Schnee: im unbeleuchteten Volkspark Wilmersdorf sind dennoch die Wege gut zu erkennen. Wie immer laufen hier Leute, vielleicht nicht ganz so viele wie sonst, aber mir begegnen mindestens vier Personen in unterschiedlichen Vermummungsgraden. Vielleicht bin ich doch ein bisschen zu leicht angezogen, Beine und Arme sind ganz schön kalt, der Wind, der auf dem Rückweg von vorne bläst, ist ziemlich frisch. Aber Hauptsache, Hände, Füße und Kopf sind warm, dann geht’s schon, versuche ich mir warme Gedanken zu machen. Nach einer knappen Stunde bin ich wieder zu Hause und sehr zufrieden mit dem ersten Schneelauf der Saison.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.