Fensterputzen, Schuhtest und Anbaden

Himmelfahrt, Vatertag, Herrentag – ich finde seit vielen Jahren, dass im Grünen zu viele Bollerwagengespanne unterwegs sind, und dass sich der Tag deshalb ganz ausgesprochen gut zum jährlichen Fensterputzen eignet. Mit dieser persönlichen Tradition bin ich mittags fertig.

Als nächstes Laufen: 12 Kilometer, die neuen Schuhe wollen getestet werden. Sagt mal, ist euch auch aufgefallen, dass anscheinend der Trend zu wenig Sprengung schon wieder nachlässt? Das finde ich ganz schön doof, denn wenn eine sich mal angewöhnt hat, NICHT auf der Ferse zu landen, tapst so eine dicke Ferse am Laufschuh bei der Landung ganz blöd und behindert die Federung. Getestet habe ich das neulich mit einem Schuh, den der Laufschuhdealer mir empfehlen wollte – aber das geht irgendwie gar nicht mehr. Nur sind flache Schuhe kaum noch im Angebot. Blöd. Mit ein wenig schlechtem Gewissen habe ich also Schuhe in einem anderen Laden gekauft (aber wenn der Laufschuhdealer es innerhalb von sechs Wochen nicht schafft, sich wie angekündigt nochmal zu melden…). Auch dort war die Auswahl nicht berauschend, am besten funktionierten noch Puma Speed 300 mit angeblich 6mm. Die habe ich jetzt. Sie sind vorne WEISS! Wer denkt sich denn sowas aus? Egal, die 12km über den Insulaner gehen flott von den Füßen. Schuh funktioniert, aber dieses begeisterte ich-kann-fliegen-Gefühl, das die f-lite 195 oder die Pearl Izumi EM 1 verursacht haben, bleibt aus. Schade.

Höhepunkt des Tages ist aber heute nicht der Lauf, sondern das Anbaden im Sommerbad Wilmersdorf. Wir verdanken die frühe Saisoneröffnung dem Umstand, dass das Olympiabad renoviert wird. Sehr gut! Also nach dem Laufen schnell was übergeworfen, Badesachen geschnappt, noch eben in die Schlange vor der Eisdiele eingereiht und in der Sonne ein großes Eis verputzt, aufs Rad geschwungen und ab ins Freibad. Es hat sich noch nicht herumgesprochen, dass offen ist, so dass trotz Feiertag genug Platz auf den beiden abgesperrten Bahnen ist.

An auffällig vielen Stellen im Bad stehen Aufsteller mit großen dreisprachigen Plakaten herum, auf denen Baderegeln entweder mit Fotos oder mit Comics erklärt werden, auf deutsch, türkisch und arabisch. Da wird erklärt, dass Nichtschwimmer nicht ertrinken sollen, aufs Badpersonal hören und keine Frauen belästigen, egal, ob die jetzt Bi- oder Burkini tragen (die beiden letzteren Punkte gelten für alle, nicht nur Nichtschwimmer). Ich bin nicht ganz sicher, ob so viel Prävention sinnvoll und nötig ist, mir sind das ein wenig zu viele Plakate.

Schwimmen ist schön, es sind lauter rücksichtsvolle Menschen auf der Bahn, selbst die mit den Spielsachen haben ihre Flossen und Paddles gut im Griff. Jede vierte Bahn schwimme ich auf dem Rücken, damit die Vorderseite auch ein bisschen Sonne abbekommt. Der Himmel ist blau mit einigen kleinen weißen Wölkchen, so geht Sommer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.