Laufen

… und was eine dabei so erlebt

Ohrwurm gefällig?

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Wir wohnen mitten in der Altstadt. Um kurz nach acht trete ich in Laufschuhen vors Haus und starte die Uhr. Bin der Meinung, ich hätte eine Route erstellt und draufgeladen, aber das stimmt offensichtlich nicht. Egal, ich hab‘s mir halbwegs gemerkt: nach Westen aus der Altstadt raus, über die Brücke, dann den Südzipfel der Île de la Barthelasse umrunden, dann immer am östlichen Ufer der Insel entlang, um einen touristischen Blick auf die Ohrwurmbrücke Pont Saint-Bénézet bzw. Pont d’Avignon zu werfen, noch ein Stück weiter, dann mit der Personenfähre übersetzen und noch eine Runde durch den Park auf dem Roche des Domes und die Altstadt. Oder so ähnlich.

Laufstrecke

So ganz klappt das nicht, macht aber nichts. Es dauert, bis die Uhr Satelliten findet, dafür finde ich die Brücke über die Rhone sofort, der Weg auf die Insel ist leicht zu finden. Hier wächst eine Menge stacheliges Zeug, das mir auf den schmalen Trampelpfaden die Waden zerkratzt. An der Südspitze der Insel stehen Schilder an beiden Seiten, die Schiffe nach Lyon links und Schiffe nach Avignon rechts herum schicken.

Was nicht klappt, ist, am Ostufer unter der Schnellstraße am Ufer zurückzulaufen. Mein Versuch, mich durchs Gebüsch zu schlagen scheitert an der unfreundlich-kratzigen Vegetation. Das ist aber nicht schlimm, dann halt zurück auf die andere Seite.

Als ich die Uferpromenade gegenüber der berühmten Pont  Saint-Bénézet erreiche, ist plötzlich merkwürdig viel los. Laute Musik tönt aus Lautsprechern, die an jeder Laterne hängen.

Soundquelle

Im ersten Moment vermute ich Touristenbeschallung, das stimmt aber nicht. Es ist das „Forum des Associatons“, das gerade aufgebaut wird. Alle möglichen Vereine und Gruppierungen stellen sich und ihre Arbeit vor. Ich laufe weiter bis zur Personenfähre, die fährt aber erst ab zehn. Also zurück durch den Trubel auf der Uferpromenade. Natürlich mache ich noch ein Foto von der Brücke.

Die berühmte Brücke

Der Uferweg ist voll, die Leute, die ihre Stände aufbauen, dürfen ausnahmsweise mit den Autos hier fahren. Ich folge einem Läufer, von dem ich annehme, dass er den kürzesten Weg auf die Brücke zurück in die Stadt gleich findet. Dort halte ich mich außerhalb der Stadtmauer bis zur Brückenruine, nehme dann den Durchgang durch ein Türmchen und komme am Eingang zur Brücke vorbei. Aha, es kostet also Eintritt. Das können wir uns ja später noch überlegen.

Ich finde den Weg zum Palast der Päpste und an der Kathedrale vorbei auf den Roches des Domes. Das ist ein Park auf einem Felsen, von dem aus es sehr schöne Ausblicke in alle Richtungen gibt. Nachdem ich alle Seiten genossen habe, geht’s wieder abwärts, Freistil in einer zufälligen Runde durch die Altstadtgassen, bis ich nach gerade mal zehn Kilometern wieder an der Unterkunft bin.

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